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Wie entstehen Wirbelsäulentumore?

Die meisten Tumore an der Wirbelsäule sind Absiedelungen (Metastasen) anderer Tumore.
Es gibt aber auch primäre Knochentumore und schließlich Tumore die vom Rückenmark, den Nerven oder Nervenhüllen ausgehen.

Die Diagnose einer Tumorerkrankung ist für jeden betroffenen Patienten eine dramatische Nachricht, die eine Reihe von Fragen über sein weiteres Leben aufwirft. An vorderster Stelle steht dann die Frage: gutartig oder bösartig? Und wenn nicht die hundertprozentige Gutartigkeit des Tumors bestätigt werden kann setzt reflexartig ein sehr fatalistisches Denken ein. Aber dafür gibt es heute keinen Grund mehr. So wie es vor 50 Jahren nur Schwarzweißfernsehen gab und in der Medizin eben die grobe Unterscheidung gutartig oder bösartig, so gibt es heute nur mehr Farbfernsehen und auch in der Medizin eine sehr genaue Differenzierung über die Natur eines gefundenen Tumors und sein mögliches weiteres Verhalten.

Dies gilt auch für Wirbelsäulentumore. Eine solche Diagnose muss keine Katastrophe bedeuten, selbst wenn der gefundene Tumor nicht vollständig gutartig ist. Der medizinische Fortschritt erlaubt heute interdisziplinäre Therapiekonzepte, mit denen selbst aggressive Tumore effizient behandelt und zumindest längere Zeit in Schach gehalten werden können. Wesentliches Fundament für eine solche Behandlung ist eine solide Arzt-Patientenbeziehung mit viel gegenseitigem Vertrauen und viel Kommunikation, um in jeder Phase der Behandlung das für den Patienten individuell maßgeschneiderte Therapiekonzept verwirklichen zu können.

Wirbelsäulentumore können primär aus dem Knochen- oder Knorpelgewebe der Wirbelsäule selbst entstehen (primäre WS-Tumore), sie können als Absiedelungen anderer Tumoren entstehen (Metastasen), oder sie können ihren Ausgang vom Rückenmark, den Nerven oder Nervenhüllen nehmen.

Primäre Knochentumore der Wirbelsäule sind selten. Wie und warum sie entstehen ist letztlich ungeklärt, aber über ihre Natur und daher auch über ihr Wachstumsverhalten gibt es detailliertes Wissen. Einige dieser primären Tumore sind vollständig gutartig – etwa Osteoidosteome, aneurysmatische Knochenzysten und ähnliche – und können durch entsprechende Operationen vollständig geheilt werden. Andere – wie etwa Osteosarkome – sind sehr aggressiv, können aber bei rechtzeitiger Entdeckung in vielen Fällen gut und effizient behandelt werden. Nicht so selten finden sich Plasmozytome oder auch Lymphome, die ebenfalls in vielen Fällen gut und oft sogar ohne Operation behandelt werden können. Seltener finden sich Chordome, die bei rechtzeitiger Diagnose durch die Kombination Operation mit spezieller Strahlentherapie ebenfalls eine sehr gute Prognose aufweisen können.

Wenn ein Wirbelsäulentumor diagnostiziert wird handelt es sich in den meisten Fällen allerdings um eine Absiedelung eines anderen bereits bestehenden Tumors. Die Wirbelsäule ist bei sehr vielen Tumorerkrankungen ein bevorzugter Ort für das Wachstum von Metastasen, besonders häufig bei Tumoren der Brust, der Lunge, Niere oder Prostata. Man muss aber davon ausgehen, dass in sehr vielen Fällen zum Zeitpunkt der Diagnose einer Wirbelsäulenmetastase der Ort bzw. die Art des Primärtumors noch gar nicht bekannt sind. Das heißt, die Wirbelsäulenmetastase ist häufig überhaupt die Erstmanifestation der Tumorerkrankung.

Auch die Diagnose einer Wirbelsäulenmetastase darf nicht unmittelbar Anlass zu fatalistischem Denken werden. Zunächst müssen sehr sorgfältig und umfassend alle Informationen über Art und Ausbreitung des Tumors und damit über das Stadium der Tumorerkrankung eingeholt werden. Häufig kann dann ein individueller Behandlungsplan mit einer durchaus guten Prognose erstellt werden. Selbst im schlimmsten Fall eines sehr aggressiven Tumors kann die Erkrankung oft zumindest über einen gewissen Zeitraum gut in Schach gehalten werden. Auch hier muss durch eine vertrauensvolle Arzt-Patientenbeziehung immer die Lebensqualität des Betroffenen im Vordergrund stehen.

Neben den Tumoren, die vorwiegend die knöchernen Strukturen der Wirbelsäule betreffen, gibt es auch Wirbelsäulentumore, die vom Rückenmark, den Nerven oder Nervenhüllen ausgehen. Primäre Rückenmarkstumore – wie etwa Gliome oder Ependymome – sind sehr selten und können von ihrem Wachstumsverhalten sehr unterschiedliche Aggressivität zeigen. Tumore der Nerven – wie etwa Neurinome – oder der Nervenhüllen – in erster Linie Meningeome – sind keine Seltenheit und vorwiegend gutartige Gewächse, die durch eine adäquate Operation meist vollständig geheilt werden können.