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Wie wird behandelt?

Jeder Tumor ist anders, und jeder betroffene Patient benötigt das für ihn maßgeschneiderte Behandlungskonzept. Als wichtigste Optionen stehen Operation, Bestrahlung und Chemo-therapie zur Verfügung.

Bei der Behandlung von Wirbelsäulentumoren sind 2 wesentliche, aber völlig unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen: zum einen der funktionelle Aspekt, die drohende Schädigung des Rückenmarks bedingt durch den Druck des Tumors auf diese empfindliche Substanz. Dieses Problem erfordert eine rasche Entlastung des Rückenmarks, in aller Regel also die chirurgische Entfernung zumindest jener Tumoranteile, die das Rückenmark komprimieren, gegebenenfalls auch zusätzliche stabilisierende Maßnahmen, wenn durch die tumorbedingte Instabilität ebenfalls das Rückenmark im Wirbelkanal komprimiert wird. Der zweite Aspekt ist selbstverständlich die Behandlung der Tumorerkrankung selbst; bei gutartigen Tumoren ist diese Aufgabe mit der Entfernung des Tumors hinlänglich erfüllt. Bei aggressiven Tumoren, insbesondere bei Metastasen, erfordert diese Behandlung aber ein sehr individuell abgestimmtes Gesamtpaket an Maßnahmen.

Ein wesentlicher Unterschied im Behandlungsansatz ergibt sich auch daraus, ob der Wirbelsäulentumor primär vom Rückenmark oder den Nerven bzw. Nervenhüllen ausgeht, oder ob es sich um einen Tumor handelt, der seinen Ausgang von den knöchernen Strukturen der Wirbelsäule nimmt.

Rückenmarkstumore sind vom Behandlungskonzept vergleichbar mit Gehirntumoren. In vielen Fällen präsentiert sich der Tumor in der Magnetresonanztomographie gut abgrenzbar vom umgebenden gesunden Rückenmark. In diesen Fällen ist es häufig gut möglich, solche Tumore in einer mikrochirurgischen Operation zu entfernen, ohne einen bedeutsamen Rückenmarksschaden zu verursachen. Neben dem Operationsmikroskop stehen heute dafür weitere wesentliche Hilfsmittel zur Verfügung, vor allem intraoperativ laufende elektrophysiologische Untersuchungen als Monitoring für die Rückenmarksfunktion während der Operation. Solche Verfahren erlauben während solchen heiklen Operationen eine laufende Funktionskontrolle des Rückenmarks und tragen maßgeblich dazu bei, auch so heikle Operationen in vielen Fällen mit sehr gutem funktionellen Ergebnis durchführen zu können.

Wenn Rückenmarkstumore diffus wachsen und nicht gut abgrenzbar sind vom umgebenden gesunden Rückenmark, dann kann eine chirurgische Entfernung nicht in Aussicht gestellt werden; das Risiko für bleibende Lähmungen nach einer solchen Operation wäre zu groß. In solchen Fällen kann aber häufig eine kleine Gewebsprobe aus dem Tumor entnommen werden. Wenn dann die Natur des Tumorgewebes bekannt ist, gibt es häufig die Möglichkeit, auch solche Tumore mit Strahlentherapie oder Chemotherapie zu behandeln.

Tumore, die von den Nervenwurzeln oder den Nervenhüllen ausgehen, sind in den meisten Fällen gutartig, allerdings sind sie durch ihre Größe und den damit verbundenen Druck auf das Rückenmark gefährlich. Solche Tumoren können aber meist mit dem Operationsmikroskop vollständig und ohne bedeutsame Schädigung der umliegenden Strukturen komplett entfernt werden. Wenn die Untersuchung des entfernten Tumors seine Gutartigkeit bestätigt, dann gilt die Behandlung damit zumeist als abgeschlossen. Es kann aber sein, dass für die Entfernung eines sehr großen Nervenhüllentumors (Meningeom) wichtige stabilitätstragende Strukturen der Wirbelsäule entfernt werden müssen, um überhaupt ausreichend Zugang zu dem Tumor zu erhalten. In einem solchen Fall wird unmittelbar nach der Entfernung des Tumors eine entsprechende Stabilisierungsoperation der Wirbelsäule angeschlossen.

Etwas anders sind die notwendigen Behandlungskonzepte bei Wirbelsäulentumoren, die ihren Ausgang vom Knochen nehmen. Die Hülle des Rückenmarks (Dura) ist für solche Tumore fast immer eine widerstandsfähige Barriere, ein Einwachsen solcher Tumore direkt in das Rückenmark ist extrem selten. Eine Operation im Rückenmark selbst ist daher nicht notwendig, allerdings die Entfernung jener Tumormassen, die auf das Rückenmark drücken und damit eine drohende Querschnittlähmung verursachen. Dabei ist es entscheidend, nicht im Rahmen der Manipulationen einer solchen Operation selbst das Rückenmark zu schädigen. Obwohl der Tumor vom Knochen ausgeht, ist es doch das Rückenmark, das uns diktiert, wieweit wir uns vorwagen können.

In der Mehrzahl dieser Tumore handelt es sich um Metastasen, also um aggressive Absiedelungen von Tumoren, die ihren primären Ausgang von einem anderen Organ nehmen, etwa der Lunge, der Niere etc. Es ist klar, dass die Behandlung dieses Wirbelsäulentumors nur einen Teilaspekt in der Gesamtbehandlung dieser Tumorerkrankung darstellt. Wenn durch sein Wachstum die Rückenmarksfunktion bedroht ist, dann steht dennoch als erster Schritt die Lösung dieses Problems an. In den meisten Fällen wird einer chirurgischen Entfernung – oder zumindest Teilentfernung – der Vorzug gegeben werden, da damit die Entlastung der Rückenmarkskompression rasch und unmittelbar erfolgen kann. Im Anschluss daran wird je nach Natur des Tumors, Ausbreitungsmuster, Stadium der Tumorerkrankung gewissermaßen ein „Gesamtpaket“ geschnürt, das sehr genau auf die individuelle Situation des betroffenen Patienten abgestimmt sein muss.

Wenn keine Rückenmarkskompression vorliegt, dann bleibt ausreichend Zeit, alle diese Informationen einzuholen und erst dann zu entscheiden, wie und in welcher Art und Weise die Therapie konzipiert und begonnen wird. Häufig ist es in solchen Fällen zielführender, zuerst mit einer Strahlen- oder Chemotherapie zu beginnen und erst später – je nach Reaktion des Tumors auf diese Therapie – zu entscheiden, ob überhaupt noch ein chirurgisches Vorgehen nötig ist, oder ob etwa der chirurgische Teil dieses Behandlungspaketes gar nicht mehr auf eine Tumorentfernung zielen muss, sondern sich ausschließlich der Stabilisierung des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes widmen kann und damit wesentlich weniger aufwändig und risikoärmer ist.

Um solche effiziente Behandlungspakete zu entwerfen, ist die Beteiligung vieler verschiedener Fachdisziplinen nötig. Jene Zentren, die solche Behandlungen durchführen, haben in aller Regel sogenannte Tumorboards installiert, also Spezialkonferenzen aller beteiligter Disziplinen, in denen jeder betroffene Patient mit allen verfügbaren Informationen genau besprochen wird. Damit kann auf kurzem Weg ein effizienter und individuell auf den Patienten abgestimmter Behandlungsplan erstellt werden, ohne dass der Patient selbst eine Reihe verschiedener Abteilungen durchlaufen muss und selbst dann immer nur unkoordinierte Einzelmeinungen mit auf den Weg bekäme. Entscheidend für ein solches Behandlungs-Gesamtkonzept ist aber auch eine vertrauensvolle
Arzt-Patientenbeziehung und – wie bei allen Tumorerkrankungen – ausreichend Zeit und ein kompetenter ärztlicher Ansprechpartner, um all die Fragen, die sich aus der plötzlichen Diagnose einer Tumorerkrankung ergeben, auch hinreichend und verständlich zu beantworten.