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Bandscheibenoperation:

Bandscheibenoperationen sind besser als ihr Ruf! Mikrochirurgische Techniken sind heute Standard, die Belastung für den Patienten ist gering, und die Erfolgsaussichten sind bei korrekter Indikation ausgezeichnet.

Ziel der Bandscheibenoperation ist es, das in den Wirbelkanal vorgedrungene Stück Bandscheibe zu entfernen und die komprimierte Nervenwurzel zu befreien und durch die Bruchpforte im Faserring gegebenenfalls noch lockere Reste des Gallertkerns aus dem Inneren der Bandscheibe zu entfernen, um das Risiko eines neuerlichen Bandscheibenvorfalles (Rezidivprolaps) zu verringern.
Es gibt eine Reihe von technischen Methoden einen Bandscheibenvorfall zu operieren.
Der Goldstandard ist derzeit ohne Zweifel die mikrochirurgische Discusextraktion mit dem Operationsmikroskop: diese Technik wurde dermaßen verfeinert, dass ein kleiner Schnitt von oft nur 3cm genügt und nur ein minimales Gewebstrauma gesetzt wird. Es wird dabei auch kein relevanter Schaden an der Wirbelsäule selbst verursacht. Die Furcht, dass eine Bandscheibenoperation die Wirbelsäule erst recht schädigt, ist völlig unbegründet. Kreuzschmerzprobleme können nach Bandscheibenoperationen auftreten, weil die Bandscheibe selbst durch den Bandscheibenvorfall – mit oder ohne Operation – in ihrer ursprünglichen Funktion beeinträchtigt ist. Dieses Kreuzschmerzproblem würde – wenn es nachhaltig auftritt – auch ohne Operation eintreten und kann in aller Regel sehr gut mit Heilgymnastik behandelt werden.
In den meisten Fällen dürfen Sie schon am ersten Tag nach der Bandscheibenoperation aufstehen.
Die Frühmobilisierung erfolgt unter physiotherapeutischer Anleitung. Kürzere oder auch längere Spaziergänge sind je nach subjektivem Wohlbefinden erlaubt. Je nach dem wie rasch sich Ihre Nervenwurzel von den Folgen der Kompression durch den Bandscheibenvorfall erholt können Sie nach wenigen Tagen das Spital verlassen.
Durch eine neue Zugangstechnik (MAPN – mikrochirurgisch assistierte perkutane Nukleotomie) kann die mikrochirurgische Bandscheibenoperation in bestimmten Fällen noch schonender und ohne Abschieben der Rückenmuskulatur durchgeführt werden. Theoretisch wäre es denkbar, diesen Eingriff in Spinalanästhesie (Kreuzstich) und eventuell sogar ambulant durchzuführen. Für die unmittelbare postoperative Nachbetreuung ist es aber für den Patienten sicher komfortabler ein bis zwei Tage stationär zu bleiben.
Neben der Verwendung des Operationsmikroskopes gibt es auch rein endoskopische Methoden und röntgen- bzw. CT-gesteuerte Methoden zur Entfernung von Bandscheibenvorfällen. Auch wenn diese Techniken im Hinblick auf das Operationstrauma noch eine Spur weniger invasiv sind, ist der größte Vorteil der mikrochirurgischen Operationstechnik gegenüber jenen Methoden die perfekte dreidimensionale Übersicht des Operationsfeldes. Das verringert auch das Risiko, bei der Operation eine Nervenwurzel zu verletzen. Dieses Risiko (und damit verbunden eine Teillähmung wie z.B. eine Vorfußheberschwäche) beträgt bei der mikrochirurgischen Technik nur etwa 0,1 %. Wie hoch das Risiko eines bleibenden Nervenwurzelschadens durch zu langes Zuwarten aus falschverstandener Furcht vor einer Operation ist wurde leider noch niemals wissenschaftlich erhoben. Wahrscheinlich ist diese Dunkelziffer wesentlich höher als 0,1 %.
Andere OP-Techniken wie die sogenannten semiinvasiven Methoden wie Lasernukleotomie, Chemonukleolyse, Ozonnukleolyse, intradiscale thermische Verfahren etc. zielen vor allem auf eine Volumsreduktion des Gallertkernes in der Bandscheibe selbst. Für „echte“ Bandscheibenvorfälle sind sie nicht geeignet. Sie kommen daher auch vorwiegend bei Bandscheibenvorwölbungen (Protrusionen) zum Einsatz, die allerdings in den allermeisten Fällen auch sehr gut mit konsequenten physiotherapeutischen Maßnahmen ohne jeglichen invasiven Eingriff behandelt werden können.
Die Effizienz vieler dieser Operationstechniken Techniken ist nach wie vor wissenschaftlich umstritten. Jedenfalls konkurrieren diese Methoden in keiner Weise mit „richtigen“ Bandscheibenoperationen, da die Art der Bandscheibenerkrankung, die damit behandelt werden kann, eine völlig andere ist.
Nach einer Bandscheibenoperation - aber auch nach konservativer Therapie eines Bandscheibenvorfalles - soll die Wirbelsäule für etwa 6 Wochen geschont werden. Solange benötigt der Riss im Faserring der Bandscheibe (Bruchpforte des Bandscheibenvorfalles) bis er verheilt ist und wieder belastet werden darf. Leichte Belastungen wie spazieren gehen, schwimmen aber auch Rad fahren sind während dieser Zeit möglich. Die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit hängt sehr von der individuellen Belastung am Arbeitsplatz ab. Entscheidend hierfür ist weniger die Tatsache, dass eine Operation stattgefunden hat, als vielmehr der generelle Zustand des Bewegungsapparates des Patienten, seine Muskelmasse, seine Fitness und seine Möglichkeiten, den Berufsalltag kurzfristig an seine Belastbarkeit zu adaptieren.
Auch wenn Patienten nach Bandscheibenvorfällen in aller Regel wieder gut in ihren Berufsalltag und in ihre Freizeitaktivitäten integriert werden können, ist doch ein entscheidendes Kriterium zu beachten: egal ob ein Bandscheibenvorfall operativ oder konservativ behandelt wurde: die betroffene Bandscheibe ist „nicht mehr die alte“. Durch den Verlust eines Teiles des Gallertkernes ist die Bandscheibe nicht mehr ein prallelastisches Gebilde, sie verliert an Höhe und damit ihre Fähigkeit die benachbarten Wirbel auf Distanz zu halten. Die Biomechanik des sogenannten Bewegungssegmentes (die beiden Wirbel mit ihren Wirbelgelenken und der Bandscheibe) ändert sich. In den meisten Fällen kann dies durch die Rumpf- und Rückenmuskulatur und durch die Nachbarbewegungssegmente hervorragend kompensiert werden, und nur bei starken Belastungen kommt es zu Kreuzschmerzen, fallweise auch wieder zu bewegungsbedingten Nervenwurzelirritationen und ausstrahlenden Schmerzen in das Bein. Entscheidend für die Belastbarkeit nach einem Bandscheibenvorfall ist sicher der Trainingszustand des gesamten Bewegungsapparates und der Grad an Abnützungserscheinungen in den Nachbarsegmenten der Wirbelsäule. Menschen die zuvor körperlich und sportlich aktiv waren haben realistische Chancen auch nach einer Bandscheibenoperation wieder in ein ähnliches Maß an Aktivitäten zurückzukehren.